„Denjenigen zuhören, die den Einsatz erlebt und überlebt haben“

Deutschland steckt mitten in der „Zeitenwende“. Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist im Spätsommer 2021 so zu Ende gegangen, wie wir uns das ursprünglich nicht vorgestellt haben. Nun droht er ganz in Vergessenheit zu geraten. Dabei war das Krisenmanagement am Hindukusch die bisher prägendste Mission der bundesdeutschen Soldaten. Seit Afghanistan kennt die Bundeswehr Gefallene, Versehrte und Veteranen.

Während seines Einsatzes 2010 als Gruppenführer in einer Kampfkompanie hat Stabsfeldwebel Markus Götz Tagebuch geschrieben, das durch das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) sorgfältig ediert und als wissenschaftliche Quelle erschlossen wurde. Das Buch gewährt einen persönlichen und vor allem ungefilterten Einblick in die Einsatzrealität, mit der sich unsere Soldatinnen und Soldaten im Einsatz konfrontiert sehen.

Das Bildungswerk des Deutschen BundeswehrVerbandes stellte dieses Buch gemeinsam mit dem ZMSBw am Dienstag, 29. November 2022 in einer hybriden Veranstaltung vor.
Nach einer Begrüßung und Einführung durch den Kommandeur des ZMSBw, Oberst Dr. Sven Lange, und der Grußbotschaft von Karl-Theodor zu Guttenberg, der damals Verteidigungsminister war, erwartete die Teilnehmenden die Buchvorstellung.

In der ersten Diskussionsrunde sprachen Stabsfeldwebel Markus Götz und Dr. Christian Hartmann vom ZMSBw mit Prof. Dr. Sönke Neitzel von der Universität Potsdam über das Afghanistan-Tagebuch.
Die zweite Diskussionsrunde beschäftigte sich mit den „Lehren aus Afghanistan“. Hier diskutierten Michael Müller, MdB, Vorsitzender Enquete-Kommission, Oberst André Wüstner, Bundesvorsitzender des Deutschen BundeswehrVerbandes und Dr. Philipp Münch, Projektbereichsleiter Deutsche Sicherheitspolitik und Bundeswehr im Forschungsbereich Sicherheitspolitik und Streitkräfte am ZMSBw über Chancen und Risiken einer Evaluation des deutschen Engagements am Hindukusch.

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